Fördertraining mit GM Dennis Wagner

Das seit drei Jahren laufende Projekt „Fördertraining bis DWZ 1600“ der Karpow Schachakademie leidet seit geraumer Zeit an Teilnehmerschwund. Eine Vielzahl an schachlichen Parallelveranstaltungen (Schule und Verband) sowie alternativer Sport- und Freizeitangebote füllen die Terminkalender jugendlicher Schachtalente. Für unser schönes Spiel bleibt mithin nicht die Zeit, den großen Trainingsaufwand, den eine deutliche Spielstärkesteigerung erfordert, auf sich zu nehmen. Welcher aktive Schachspieler kennt das nicht?

Dennis Wagner, der in der Schachbundesliga die Farben der SV 1930 Hockenheim vertritt, hat sein Trainings- und Spielpensum dem nötigen Aufwand für sein Physikstudium angepasst – sprich reduziert. Dennoch sind es heuer 2-3 Stunden, die Dennis täglich „am Brett“ verbringt. Da staunte mancher Teilnehmer beim letzten Fördertraining am 8. Juli im Racket Center in Nußloch nicht schlecht.

Und was der 21jährige Großmeister aus seinem schachlichen Betätigungsfeld – herunter gebrochen auf unser Niveau – präsentierte, machte Lust auf mehr. Vier Stunden kurzweiliges Powertraining: Zunächst planlos erscheinende, im Nachhinein logische Tempomanöver in Läufer- und Springerendspielen, weitere überraschende Partieabschlüsse und -wendungen, spannende Partieverläufe, findige Pläne im Spielaufbau, bis hin zu einer unglaublichen Spanisch-Variante mit Opferreigen und „unsterblichem Matt“ aus dem Labor von Dennis.

Das hat Spaß gemacht! Da ist der (Begeisterungs-)Funke übergesprungen. Wer sich jetzt inspiriert und motiviert also gleich ans häusliche Brett setzt, den nachmittäglichen Geigenunterricht und das anschließende Yogatraining absagt,  erinnert sich in dem Moment vielleicht an Denis‘ Worte, wonach sein schachliches Arbeitspensum zu Zeiten des Normenerwerbs in etwa dem Doppelten seiner heutigen „Tagesration“ entsprach. Übung macht eben den Meister!

Das Trainingskonzept der KSA-Fördergruppen fußte darauf wie viele (alle!?) Lehrmethoden. Zwei, drei Stunden tägliches Training, angeleitet, begleitet, korrigiert, sollten dem jungen Schachtalent angeraten sein. Es gab und gibt jedoch viele gute Gründe, sich dieser (einseitigen) Belastung nicht zu unterziehen. Das ist zu respektieren! Die Akademie sollte diesem „Zeitgeist“ durch veränderte Förderangebote angemessen begegnen.

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